26.01.2018

Vermutlich nur ein durchziehender Einzelgänger

Wolfsbeobachtung zwischen Albersloh und Sendenhorst

 

Ein Wolf ist derzeit im Kreis Warendorf unterwegs: Ein Autofahrer hat das Tier auf einem Acker an der Landesstraße L 586 zwischen Albersloh und Sendenhorst vor die Linse bekommen.  Der Beobachter fuhr auf der Landstraße, als er den Wolf auf der Ackerfläche bemerkte. Er hielt an und machte mit seinem Mobiltelefon ein Foto. Ein weiterer Autofahrer beobachtete wenig später, wie der Wolf die Straße überquerte und dann im Wald verschwand.

 

Der Beobachtungsort wurde von der regional zuständigen Luchs- und Wolfsberaterin Jutta Luig-Beilmann auf weitere Spuren untersucht. Die Einschätzung des Landesumweltamtes (LANUV), dass diese Aufnahmen einen Wolf zeigen, wurde von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) eindeutig bestätigt. Zur Herkunft des Tieres, zum Alter oder zum Geschlecht können derzeit keine Angaben gemacht werden.

 

" Wer einem Wolf begegnet, sollte sich ihm nicht nähern oder füttern, sondern sich beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) melden.

 

Weitergehende Informationen, auch zum Verhalten im Begegnungsfall, gibt es beim LANUV hier.

 

 

 

Der Wolf bei Albersloh (Foto: Mirko Teigeler)

Erneutes Amselsterben durch Usutu-Virus in NRW

NABU ruft Bevölkerung zur Mithilfe auf

 Im Sommer 2011 und 2012 trat das tropische Usutu-Virus, das durch Stechmücken auf Vögel übertragen wird, erstmalig in Deutschland auf. Dies machte sich durch ein regional massives Amselsterben bemerkbar, das sich im Wesentlichen auf die wintermilden Regionen entlang des Rheins und der Unterläufe von Neckar und Main beschränkte. Auch Nordrhein-Westfalen war davon betroffen. Nach längerer Pause haben Amseln seit 2016 bundes- wie landesweit wieder mit einem erneuten Ausbruch der Infektion zu kämpfen. So gingen in diesem Jahr seit Ende Juli bereits zahlreiche Meldungen kranker oder totgefundener Amseln vor allem aus Nordrhein-Westfalen beim NABU ein.

Die meisten Meldungen kranker und toter Amseln stammen aus den bereits zuvor betroffenen wärmebegünstigten Regionen Deutschlands entlang des gesamten Rheintals. In NRW besonders betroffen sind neben den Großstädten Bonn, Köln und Düsseldorf vor allem der Niederrhein und das Ruhrgebiet. Weitere Verdachtsmeldungen erreichten den NABU aber auch aus bisher eher weniger betroffenen Regionen Ostwestfalens. Inzwischen konnten Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg für einige der deutschlandweit gemeldeten Fälle bestätigen, dass das Usutu-Virus tatsächlich die Todesursache ist. Auch in Belgien und den Niederlanden wurde das Virus in diesem Jahr bereits in toten Vögeln nachgewiesen.

Der NABU ruft deshalb wieder dazu auf, offensichtlich erkrankte oder tote Tiere zu melden:

Eine kranke oder tote Amsel gefunden? Bitte hier melden!

Bitte machen Sie bei Ihrer Meldung möglichst genaue Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Fundumständen und zu den Symptomen der Vögel. Der NABU sammelt alle Daten, wertet sie aus und stellt sie Wissenschaftlern zur Verfügung.

 

 Usutu-Fall melden!

Zudem wird die Bevölkerung gebeten, Totfunde dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg zur Untersuchung zur Verfügung zu stellen. Dabei sollte die Meldung kranker oder toter Tiere möglichst mit genauen Angaben zu Fundort, Funddatum und den näheren Umständen des Fundes erfolgen. Tote Vögel sollten baldmöglichst eingesammelt und frischtot eingeschickt werden. Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

Obwohl nach aktuellem Wissenstand keine Infektionsgefahr von den Vögeln ausgeht, wird zum Hantieren mit toten Vögeln das Verwenden von Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte sowie eine anschließende Händereinigung empfohlen.

Idealerweise sollten die Vögel mit einem Tiefkühlakku versehen und gut gepolstert versendet werden. In den Sommermonaten ist eine Isolation mit Styropor sinnvoll. Es empfiehlt sich besonders vor Wochenenden die Einsendung vorab mit dem BNI oder den Untersuchungsämtern telefonisch abzustimmen.

Und hierhin können die toten Tiere geschickt werden:


Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI), Dr. Jonas Schmidt-Chanasit 
Bernhard-Nocht-Straße 74, 20359 Hamburg,

Tel. 040-42818-959, Fax 040-42818-941

 

In der Regel nehmen zudem die Untersuchungsämter aller Bundesländer die Tiere an und leiten diese weiter. Privatpersonen können den Amtstierarzt des Kreises aufsuchen, der üblicherweise die toten Vögel über die Amtsstelle an das jeweilige Untersuchungsamt leitet. 


Der weitere Verlauf des Auftretens von Usutu-Erkrankungen lässt sich schwer vorhersagen. Die Vermehrung und Verbreitung der Viren hängt vor allem von der Witterung in den Sommermonaten ab: je wärmer der Sommer umso mehr Viren, Stechmücken und infizierte Vögel sind zu erwarten. Andererseits geht man davon aus, dass die Vögel zunehmend individuell erworbene Resistenzen gegen dieses neue Virus entwickeln, so dass sich das Virus vermutlich räumlich weiter ausbreiten, aber nicht mehr zu so offensichtlichen Massensterben wie im Jahr 2011 führen wird. Stattdessen ist zu erwarten, dass es in den betroffenen Gebieten zu zyklisch wiederholten Ausbrüchen kommen wird, sobald eine Generation von Amseln mit erworbener Resistenz von der nächsten Amselgeneration abgelöst wird.


Für Rückfragen:

Birgit Königs, Pressestelle NABU NRW, Tel. 0211-15 92 51-14

Lars Lachmann, NABU-Referent für Ornithologie und Vogelschutz,

Tel. 030 28 49 84-16 20, mobil 0172 9108 275 

 

 

Für Mensch und Natur

Naturschutzjugend

Online Spenden

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature" Mehr